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Standortvorteile mit Bioenergie
     
 
 

5.1.09

 

Die Kreise Hohenlohe, Main-Tauber und Neckar-Odenwald werden zur offiziellen „Bioenergie-Region“ Deutschlands erhoben.

Bioenergietonnen für Privathaushalte, dezentral versorgte Bioenergiedörfer, ein Kataster brachliegender, für den Energiepflanzenbau nutzbarer Flächen oder die Entwicklung eines Grünschnittsammelkonzepts, dazu Infotreffs, Workshops und Fachberatungen für Bürger, Unternehmen und Kommunen, gesteuert von einem Büro für Energiemanagement: Das alles (und noch viel mehr) könnte Wirklichkeit werden, wenn die Kreise Hohenlohe, Neckar-Odenwald und Main-Tauber einen der 25 Hauptpreise ziehen, die der Bund in diesem Frühjahr vergibt - und die unter dem Kürzel „H-O-T“ beworbene Trias zur offiziellen „Bioenergie-Region“ Deutschlands erhoben wird.

Klammer

Die Bewerbung war aufwendig, die Ziele sind ehrgeizig. Drei Kreise - ein Energiemanagement: Das ist die ideelle Klammer für interessante Ideen und Projekte. Der Bürger als Lieferant organischer Reststoffe, die Entkopplung der kommunalen Wärmeversorgung von fossilen Energieträgern, die Schaffung energieautarker Räume hinsichtlich der Strom- und Wärmeversorgung in privaten Haushalten, der forcierte Anbau nachwachsender Rohstoffe auf ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen: Diese Kernziele werden genannt.

Im Zentrum steht die Schaffung eines sogenannten „Energiemanagementbüros“. Von dieser zentralen Schnittstelle aus sollen ungenutzte Biomassepotenziale aktiviert, Anstrengungen auf dem Gebiet der Nutzung regenerativer Energien intelligent vernetzt und Wissen über Kreisgrenzen hinweg transferiert werden. Diese „nachhaltige Kommunikationsstruktur“ ist das Hauptanliegen aller Akteure. Sie haben erkannt, das in den ländlich geprägten Kreisen zwar hohe Biomassepotenziale schlummern, diese aber noch nicht optimal genutzt werden können, weil jeder für sich arbeitet, ohne über den Tellerrand zu schauen. Aber auch in den Kreisen selbst sind die Akteure schlecht vernetzt, so dass Erfahrungen kaum ausgetauscht werden und Synergien ungenutzt bleiben.

Potenzial

Die neuen Strukturen sollen innerhalb der nächsten drei Jahre aufgebaut werden. Das finale Ziel: die Entwicklung einer Null-Emissions-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber. Reststoffe zu Wertsttoffen machen. Gülle, Mist, Holz- oder Pfanzenreste in Strom verwandeln: Das steht hinter dem „regionalen Stoffstrommanagement“. Ein Institut am Umweltcampus Birkenfelde der Universität Trier hat errechnet, dass die Region H-O-T ein jährlich verfügbares Biomassepotenzial von 2100 Gigawattstunden hat. Das entspricht 210 Millionen Liter Heizöl - oder einem CO2-Äquivalent von mehr als 500 000 Tonnen.

In Hohenlohe-Odenwald-Tauber gibt es bereits viele innovative Projekte und Einrichtungen. Aus dem Hohenlohekreis beispielhaft zu nennen sind etwa das Modell Hohenlohe, ein Netzwerk von nahezu 160 Firmen zur Förderung des betrieblichen Umweltschutzes, oder Energielandwirte wie Thomas Karle aus Füßbach, der mit seinem Biogas-Kraftwerk gerade den Umweltpreis des Landes gewonnen hat. Das Landratsamt denkt unterdessen über einen eigenen Energiebeauftragten nach.

Bereits im Vorfeld der Bewerbung haben sich die drei Landkreise zum Ziel gesetzt, eine vollständige Versorgung der privaten Haushalte mit Strom aus erneuerbaren Energien zu erreichen.

Quelle Heilbronner Stimme vom 30. Dezember 2008 von Ralf Reichert www.stimme.de

Weitere Informationen:

Hochschule Heilbronn
   
Bildung in der Region
 
         
         
 
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