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Über 330 Meter lang, fast 200 Meter breit und bis zu 14 Meter hoch wird der neue Gewerbekomplex im Neuenstadter Industrigebiet GiK. Im August will der Investor Prologis mit dem Bau der gigantischen Halle beginnen – damit die Mieter auch pünktlich einziehen können. Als erster Betrieb steht der Heilbronner Hochregallager-Bauer M-Log fest, der nächstes Jahr seine 230 Arbeitsplätze von Heilbronn nach Neuenstadt verlagern wird.
Bei einer Betriebsversammlung hat M-Log-Geschäftsführer Stefan Seidl die Belegschaft über den Umzug informiert, nachdem jetzt alle Voraussetzungen erfüllt sind. Das Unternehmen, das auf die 1922 gegründete Heilbronner Firma Mehne zurückgeht, wird in dem Gewerbekomplex 11 500 Quadratmeter Fertigungsfläche und 4800 Quadratmeter Bürofläche anmieten.
Für sieben weitere Mieter stehen in dem Prologis-Komplex abgetrennte Bereiche zur Verfügung, die zwischen 5000 und 10 000 Quadratmeter groß sind. „Es gibt reichlich Anfragen“, sagt der zuständige Prologis-Mann Sascha Petersmann. Bis Ende August will er alle Mietverträge abgeschlossen haben. Nächstes Jahr im April soll der Hallenkomplex fertig sein. Prologis zählt zu den größten Immobilieninvestoren der Welt. Zuletzt hatte das Unternehmen mit Deutschlandsitz in Hilden im Heilbronner Industriegebiet eine Halle für den Logistikdienstleister Wincanton aus dem Boden gestampft.
Investitionen
Im Fall von M-Log hat die Einigung über einen Beschäftigungspakt den Weg für den Umzug frei gemacht. Mit unbezahlter Mehrarbeit, die sich in den nächsten drei Jahren auf 350 Stunden summiert, helfen die Beschäftigten mit bei der Anschubfinanzierung der Investition. „Der Mietpreis wird sich verdoppeln, und außerdem müssen wir vier Millionen Euro in Maschinen investieren“, sagt Stefan Seidl. Ohne einen Beitrag der Mitarbeiter wäre der Umzug „für eine mittlere Firma, wie wir sie sind, nicht zu schaffen“. Der Manager, der zu 25 Prozent an M-Log beteiligt ist, betont, dass er den Leuten nie an den Geldbeutel gehen wollte. Auch ein Austritt aus dem Arbeitgeberverband sei „keine Option“.
Im Gegenzug bekommen die Mitarbeiter nicht nur eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2010: M-Log schließt mit Prologis einen Mietvertrag ab, der bis ins Jahr 2029 gültig bleibt. „Das ist ein klares Bekenntnis zur Region“, sagt Stefan Seidl, der auch mit einem Standort in Brandenburg geliebäugelt hatte: „Dort kostet der Quadratmeter 3,50 Euro. Das ist verlockend.“
Betriebsratschef Achim Zeller und IG-Metall-Sekretär Felix Bader stellen den langfristigen Erhalt der Arbeitsplätze in den Vordergrund. Schließlich waren die Zeiten bei M-Log nicht immer so rosig: Zu Beginn des Jahrzehnts war die Belegschaft deutlich geschrumpft.
An ihrem angestammten Standort in der Hans-Rießer-Straße kann die Firma nicht bleiben: Ende 2010 laufen die Mietverträge der ehemaligen MAN-Immobilien aus – die neuen Eigentümer Läpple und Aufbaugilde brauchen den Platz selbst. Auch in der Stadt, in Ilsfeld und in Bad Rappenau hatte Seidl nach Grundstücken Ausschau gehalten. Das Prologis-Projekt in Neuenstadt sei ein „Glücksfall“ gewesen, sagt er.

Quelle Heilbronner Stimme vom 2. Juli 2008 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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