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Kleine Sensation bei großer Rotwein-Probe

     
 
 

2.11.07

 

In Württemberg hat sich in den letzten 25 Jahren Revolutionäres ereignet. Die Weine zählen heute zur Weltspitze.

Die Liste der 18 Weine wird erst am Ende gereicht. Immerhin sickert durch, dass die Flaschen zwischen 14 und 300 Euro kosten. Aber auch die Liste der zwölf Jurymitglieder spricht für gehobene Ansprüche: Sie reicht von Italien-Spezialist Jens Priewe über Master-Sommelier Frank Kämmer bis zum Chef der amtlichen Qualitätsweinprüfung, Hanns-Christoph Schiefer. Sie folgten dem Ruf des Engländers Stuart Pigott, einem der einflussreichsten Weinkritiker der Welt.

„Wir haben uns zu einer Standortbestimmung versammelt“, erklärt Gastgeber Martin Schwegler vom Staatsweingut Weinsberg. Wo stehen die deutschen Cabernet-Weine im internationalen Vergleich? Deutscher Wein erlebt derzeit international zwar eine Renaissance, schickt Pigott voraus. Doch hohes Ansehen genieße dabei vor allem der Riesling. Dass die Weißwein-Nation inzwischen auch „phänomenale Rote“ zu bieten hat, sei in der Weinwelt kaum bekannt. „Es herrscht immer noch das Klischee von blassen, dünnen und oberflächlichen Produkten“, weiß der nicht selten bissige Kritiker.

Dabei habe sich in den letzten 25 Jahren „Revolutionäres“ ereignet. Mitte der 80er Jahre begannen Vordenker mit dem Barrique zu experimentieren, sie reduzierten die Erträge ihrer Paradesorten Lemberger und Spätburgunder und versuchten sich an Verschnitten mit kräftigeren Rebsorten wie Merlot, Zweigelt und Cabernet Sauvignon. Im Laufe der 90er steigerte sich die Qualität zusehends. „1999 kam dann der große Knall“, befindet Pigott. Die Erfahrungen waren so weit gediehen, dass Deutschland mit diesem Ausnahmejahrgang in die Champions League der Königsklasse Cabernet aufstieg: nicht zuletzt dank Weinsbergs neuen Cabernet-Kreuzungen, die heute bundesweit auf 1100 Hektar wachsen, in Württemberg auf 300.

Das Ergebnis des aktuellen Weinsberger Cabernet-Turniers verblüfft am Ende selbst den Starkritiker. Auch wenn nur fünf Weine aus dem Ausland kamen - darunter Kultweine wie Sassiacaia (Toskana) und Petrus (Bordeaux) - und vier aus der Pfalz: Dass die neun Württemberger gleich drei der vier besten Tropfen stellen, darf als Sensation gewertet werden. Hier die Namen: Gert Aldinger (Fellbach) mit „Cuvée C“, Albrecht Schwegler (Korb) mit „Granat“ und Fürst zu Hohenlohe-Oehringen mit „In Senio“.

Gleichwohl warnt Frank Kämmer vor Übermut. „Einige Schwaben müssen aufpassen, dass ihnen der Erfolg nicht in den Kopf steigt. Sonst geht es ihnen wie dem VfB Stuttgart.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 31. Oktober 2007 von Kilian Krauth www.stimme.de

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