In Baden-Württemberg gibt es nur noch zehn große Molkereien, drei davon liegen im Kreis Schwäbisch Hall und florieren gut. Die kleinste und feinste, die Molkerei Schrozberg, überraschte jetzt auf ihrer Mitgliederversammlung wieder mit Zuwächsen in allen Bereichen.
"Machen sie weiter so", lobte Verbandsprüfer Hörner die Geschäftsführung der Molkerei Schrozberg auf der Mitgliederversammlung und bescheinigte der Genossenschaft "ein sehr gutes Ergebnis mit einer guten Finanz- und Vermögenslage sowie einer guten Geschäftsentwicklung". Auch beim Rating des Genoverbandes ist die Schrozberger Molkerei Spitze und schaffte mit der höchsten Punktezahl erneut den Sprung in die A-Klasse.
Die Molkerei Schrozberg ist unter den Kennern
hochwertiger Milcherzeugnisse bundes- und europaweit bekannt. Speziell die Milchprodukte aus biologischer Erzeugung sind bei den Gourmets gefragt. 30 Prozent der Schrozberger Demetermilchprodukte gehen ins europäische Ausland. Besonders beliebt sind die Demeter Natur- und Frucht-Yoghurte, deren Absatz im letzten Jahr um 61 Prozent auf 1,18 Millionen Kilogramm anstieg. "Es war von entscheidender Bedeutung, dass wir im Demeter Bereich zur richtigen Zeit investiert und uns das Segment der Einwegverpackungen erschlossen haben", erklärte Geschäftsführer Friedemann Vogt.
Die Molkerei Schrozberg, die nach wie vor viele ihrer Demetererzeugnisse im Glas anbietet, würde laut Vogt ohne die Einwegverpackungen besonders beim Absatz von Bio-Joghurt bundes- und europaweit keine Rolle mehr spielen. Deshalb wird derzeit auch eine Abfüllanlage für Demeter-Trinkmilch in Einwegpackungen aufgebaut. Gegen diesen vom Verbraucher gewünschten Trend wehrte sich als Einziger der 83 Demetermilchlieferanten Bauer Otto Hausecker. "Wir dürfen das Gesicht der Demetererzeugnisse nicht mit Einwegpackungen zerkratzen."
Auch bei der konventionellen Milch - sie hat einen Anteil von 65 Prozent an der erfassten Gesamtmenge - trägt das Marketing der Molkerei Schrozberg für die Bauern Früchte. So stieg die Produktion von Joghurt nach türkischem Rezept mit dem Markennamen "Gazi" um neun Prozent auf 11,24 Millionen Kilogramm. Das entspricht etwa 50 Prozent der gesamten Schrozberger Milchprodukte. Eine Folge der guten Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführer Friedemann Vogt und Dr. Garcia von der Firma Garmo ist unter anderen die Zertifizierung dieses Joghurts nach den Richtlinien Halal, den Statuten der islamischen Ernährungsgewohnheiten.
Die erfolgreiche Vermarktung der Schrozberger Milchprodukte kommt auch den Bauern zugute. Den Demeterbauern zahlt die Molkerei Schrozberg laut Vogt im Vergleich zu anderen großen Molkereien bereits seit vier Jahren den höchsten Auszahlungspreis für Biomilch in Deutschland (38,78 Cent bei 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß). Und auch der Auszahlungspreis für die konventionellen Milchlieferanten liege über dem durchschnittlichen Milchpreis in Baden Württemberg.
Quelle Hohenloher Tagblatt vom 20. April 2007 von BERNULF SCHLAUCH www.suedwest-aktiv.de
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