Bionik-Ventilator soll bei Ziehl-Abbeg Schwung bringen. Und außerdem erreicht der „Owlet“ einen um acht Prozent besseren Wirkungsgrad. Die Wirkungsweise haben die Ingenieure bei der Eule (englisch Owl) abgeschaut. Beim Umsatz will er die 250-Millionen-Marke erreichen.
Leise ist der neue Ventilator. „Weniger als halb so laut wie sein Vorgänger“, erzählt Ziehl-Abegg-Chef Peter Fenkl stolz. Und außerdem erreicht der „Owlet“ einen um acht Prozent besseren Wirkungsgrad. „Das ist ein wesentlicher Schritt“, freut sich Fenkl über das, was seine Künzelsauer Techniker bei der Natur abgeschaut haben. Am Motor haben sie dabei nichts gedreht, nur an den Flügeln.
Die haben die Künzelsauer Ingenieure bei der Eule (englisch Owl) abgeschaut, weshalb das neue Produkt auf den Namen Owlet hört. „Wir suchen immer nach Möglichkeiten, besser zu werden - auch in der Bionik“, erklärt Fenkl. Die Reaktion auf dem Markt sei „sehr gut“, freut er sich. Vereinzelt sieht man die neuen Flügel auch schon in der Produktion im Ventilatorenwerk in Schöntal-Bieringen - obwohl es in der Regel einige Zeit dauere, bis sich eine solche Designänderung auf dem Markt durchgesetzt hat.
Auch unabhängig vom Eulenflügel ist der Vorstandschef derzeit nicht unzufrieden: Mit den Radialventilatoren, die im Werk im Gewerbepark Hohenlohe gefertigt werden, erwirtschaftet das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzplus. 70 zusätzliche Mitarbeiter hat das Unternehmen in diesem Jahr schon fest eingestellt, dazu 70 Leiharbeiter. Auch in Ungarn ist in diesem Jahr schon wieder eine Produktionshalle hinzugekommen - und 100 Mitarbeiter. Der Aufbau des Werks in China kommt ebenfalls voran.
Wachstum
Beim Umsatz will er die 250-Millionen-Marke erreichen - nach 218 Millionen Euro im Vorjahr. „Die Marktdynamik ist unglaublich hoch.“ Mehr Wachstum wäre sogar möglich, wenn die Zulieferer mithalten könnten, bedauert er. Und trotz aller Diskussionen um die Rohstoffpreise stimmen die Zahlen unter dem Strich: „Wir sind erheblich profitabler als im Jahr 2005.“
Dabei waren die Voraussetzungen zuletzt nicht gerade einfach. Schließlich hatte das Unternehmen Anfang 2005 gerade einmal fünf eigenständige Auslandsniederlassungen. Bis Mitte 2005 marschierten die Künzelsauer im Ausland nämlich im Gleichschritt mit dem Mulfinger Wettbewerber EBM-Papst, zu dem ja auch auf Gesellschafterseite enge familiäre Verbindungen bestanden und zum Teil weiterhin bestehen.
Trotz der Querelen - wie berichtet streiten sich die beiden Firmen sogar vor Gericht - ist Fenkl mit dem Auslandsgeschäft zufrieden. „Unterstützt von einem positiven Markt haben wir auch unseren Export etwas gesteigert“, sagt er. Seit der Trennung des Auslandsvertriebs haben die Künzelsauer 21 neue Verkaufs-Töchter aus dem Boden gestampft. 70 Prozent des Umsatzes macht das Unternehmen mit Auslandskunden.
Das neue Selbstbewusstsein zeigt sich auch in dem Entwicklungszentrum, das bis 2008 in Künzelsau für einen zweistelligen Millionenbetrag entstehen soll. Etwa 100 der 170 Lufttechnik-Entwickler sollen dort optimale Bedingungen erhalten.
Zurzeit brummt die Konjunktur im Ventilator Valley. Aber wie wird sie sich entwickeln? Zur Zukunft will sich Peter Fenkl nicht zu optimistisch äußern: „Wir sind ein konservatives Hohenloher Unternehmen.“
Die Ziehl-Abegg AG geht auf die Firma zurück, die Emil Ziehl in Berlin gegründet hat. Im Schlepptau von R. Stahl kam der Motorenbauer nach dem Zweiten Weltkrieg nach Künzelsau. Heute ist das Unternehmen mit 1400 Beschäftigten allein in Hohenlohe global aktiv.
Quelle Heilbronner Stimme vom 8.12.2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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