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Ziehl-Abegg baut Technik-Zentrum

     
 
 

16.11.06


 

100 Ingenieure sollen Ventilatoren und Motoren prüfen und neue Ideen entwickeln. Bis zu 20 Millionen Euro investiert der Luft- und Antriebstechniker in Künzelsau. Der  Einzug ist im Frühjahr 2008 geplant. Stadt unterstützt rasches Genehmigungsverfahren.

„Im Atrium können bei sonnigen Pausen neue Ideen reifen“, Peter Fenkl kann sich schon ganz genau vorstellen, wie seine Ingenieure an der Künzelsauer Bahnhofstraße die Luft- und Antriebstechnik optimieren und neu entwickelte Produkte prüfen und messen werden. Bis jetzt existiert das Technologiezentrum von Ziehl-Abegg nur auf dem Papier.

Doch der Vorstandsvorsitzende des Motoren- und Ventilatorenherstellers ist guter Dinge, dass der Neubau im Frühjahr 2008 stehen wird. Zwischen dem Hauptgebäude und dem angrenzenden Firmengelände auf der einen sowie der Bahnhofstraße und Auto Walter auf der anderen Seite.

Genau dort also, wo bisher mehrere Gebäude etwas verloren und weitgehend ungenutzt herumstehen und im Schatten des Verkehrs-Kreisels von städtebaulichem Charme nur wenig zu spüren ist. Das soll sich nun ändern. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern soll ein 97 Meter langes, 45 Meter breites und 10 Meter hohes Entwicklungszentrum entstehen, in dem 100 Ingenieure unter einem Dach arbeiten werden. „Dies wird auf jeden Fall zur Verschönerung des Stadtbilds beitragen“, sagt Fenkl, der die Kosten des dreiteiligen Komplexes auf „über 10 und unter 20 Millionen Euro“ schätzt. Derzeit werden an den noch stehenden Häusern die Dächer abgetragen, allein der Abriss des ziemlich maroden, vorderen Firmentrakts kostet 250 000 Euro und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Dann wird, so hofft Fenkl, auch die Baugenehmigung seitens der Stadt vorliegen. „Der Bauantrag wird demnächst eingereicht. Wenn er durchgeht, können wir die Arbeiten Anfang nächsten Jahres an einen Generalunternehmer vergeben und mit dem Bau im März 2007 beginnen.“

Zustimmung Künzelsaus Bürgermeister Volker Lenz will die baurechtlichen Formalitäten rasch abwickeln. „Wir sind froh, dass das Technologiezentrum bei uns gebaut wird und unterstützen das voll.“ Vor einigen Tagen traf er sich mit der Unternehmensspitze, um über „verkehrstechnische Details“ und weitere Rahmenbedingungen zu sprechen. „Ich gehe davon aus, dass wir eine Lösung finden werden. Unsere Zustimmung bekommt Ziehl-Abegg auf jeden Fall.“

Der Aufsichtsrat des Unternehmens favorisierte laut Fenkl den Gewerbepark Hohenlohe als Standort für das neue Technologiezentrum. „Das war eine sehr heftige Diskussion.“ Auf dem dortigen Areal bei Waldenburg hatte Ziehl-Abegg 2002 ein großes Produktionszentrum für Radialventilatoren in Betrieb genommen. „Eine solche Entscheidung hätte für Künzelsau wesentliche Folgen gehabt, was die Arbeitsplätze und das Steueraufkommen betrifft.“ Zwar ist die Stadt am Gewerbepark beteiligt, doch in diesem Fall, mutmaßt der Vorstandsvorsitzende, wären wohl „nach und nach auch andere Bereiche verlagert worden.“

Mögliche Folge: Das schleichende Ende von Ziehl-Abegg in Künzelsau. So aber ist der Standort im Kochertal gesichert. Denn Ziehl-Abegg setzt auf Entwicklung - in der dominanten Lufttechnik genauso wie in der Antriebstechnik. Und so können ab 2008 an der Künzelsauer Bahnhofstraße neue Ideen reifen - nicht nur im Atrium bei sonnigen Pausen.

Quelle Heilbronner Stimme vom 15. November 2006 von Ralf Reichert www.stimme.de

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